Achte auf Deine GEDANKEN,
denn sie werden WORTE.
Achte auf Deine Worte,
denn sie werden HANDLUNGEN.
Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden GEWOHNHEITEN.
Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein CHARAKTER.
Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein SCHICKSAL.

(Talmud)

Aus verhaltenstherapeutischer Sicht entstehen psychische Symptome zumeist als Lern- oder Anpassungsleistung des Menschen in der Auseinandersetzung mit Entwicklungshindernissen oder belastenden Lebenssituationen.

Verhaltensmuster, die sich in bestimmten Lebensphasen oder kritischen Situationen als hilfreich und nützlich erwiesen und so zu Gewohnheiten oder Einstellungen verfestigt haben, können unter veränderten Lebensumständen nun ihrerseits zum Hindernis für eine angemessene Erfüllung eigener Bedürfnisse oder erfolgreiche Auseinandersetzung mit neuen Anforderungen werden.

Solche als problemstabilisierend erkannten Denk- oder Handlungsmuster können mittels neuer Lernerfahrungen schrittweise durch geeignete Verhaltensweisen ersetzt werden, die es z.B. ermöglichen, Ängste oder andere unangenehme Gefühle besser auszuhalten und sich auf veränderte Bedingungen einzustellen.
Je intensiver oder öfter die neuen Handlungen von Erfolgserlebnissen gekrönt sind, desto  nachhaltiger werden sie im Gehirn verankert und in vergleichbaren Situationen eingesetzt.

Kernstück der Verhaltenstherapie ist die Verhaltensanalyse, in deren Verlauf die als problematisch empfundene Situation am konkreten Beispiel detailliert unter die (Zeit-) Lupe genommen und daraufhin untersucht wird, von welchen Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen die eigenen Verhaltensweisen begleitet werden.
Neben einer Verfeinerung der Selbst- und Körperwahrnehmung wird damit letztlich angestrebt, die einzelnen Erlebnisebenen von (zwar oft bequemen, aber) mittlerweile überholten Automatismen zu befreien, um wieder mehr Entscheidungs- und Handlungsfreiheit zu gewinnen und vermeintliche Problemsituationen in offener, kreativer Weise auch als Herausforderungen zu begreifen, die neue interessante Erfahrungen bereithalten können.

Da die Verhaltenstherapie, wie es ihr Name schon sagt, an den  unmittelbar beobachtbaren Erlebens-, Denk- und Verhaltensweisen ansetzt, bedient sie sich neben bedingungsanalytischen Gesprächen vieler praktischer Übungen zur Verbesserung der Selbst-, Gefühls- und Körperwahrnehmung, der Selbststeuerung, der Genuss- und Entspannungsfähigkeit, der Konflikt- und Durchsetzungsfähigkeit und anderer Kompetenzen, um den Kreis der verfügbaren Ressourcen schrittweise zu erweitern.